Dienstag, 26. Mai 2009

Warten auf Antwort


Ein deutsches Schicksal

Margret Bechler
1914-2002

"Margret Bechler war die Frau des deutschen Majors Bernhard Bechler. In Stalingrad gefangen genommen schloß er sich dem Nationalkomitee Freies Deutschland an. Seine Frau, aufgefordert, sich deshalb scheiden zu lassen,hielt zu ihm und wude von den Nazis verfemt. Nach Kriegsende wirft man ihr vor, die Hinrichtung eines Untergrundkämpfers mitverschuldet zu haben. Zunächst in Händen der Amerikaner, dann den Russen übergeben, vermag ihr niemand zu helfen. Ihr Mann, inzwischen zurückgekehrt und General der Volksarmee, sagt sich von ihr los; die Kinder kommen zu ihm. Sie wandert durcj Zuchthäuser und Lager, wird zumToe verurteilt, erst 1956 begnadigt. Heute ist sie Lehrerin bei Hamburg.
Ihr Buch ist ein packendes und glaubwürdiges Dokument unserer Zeit, sachlich und ohne Hass geschrieben; man möchte ihm viele, vor allem junge Leser wünschen. Besser, als in einem Geschichtsbuch werden hier die Probleme und Verwirrungen offenbar, in die Menschen durch den Krieg und die Kreigsfolgen geraten können."
Buchparade Würzburg

Seit ich 1945 durch meine Verhaftung von meinen damals vier- und fünfjährigen Kindern getrennt wurde, suche ich nach ihnen. Ich habe sie bisher nicht wiederfinden könne, obgleich von vielen Seiten versucht worden ist, mir zu helfen. Alle Bemühungen, auch die der Bundesregierung, scheiterten an der starren Abwehrhaltung der anderen Seite - bisher, denn ich habe die Hoffnung nicht augegeben. Ganz ungeahnt habe ich durch die Veröffentlichung meiner Erlebnisse eine große menschliche Erleichterung erfahren, indem leibe Freund und Bekannte aus früheren Jahren wieder zu mir gefunden haben. Neue Bindungen sind dazugekommen. Besonders dankbar bin ich jenen, die mir sagen, dass sie durch das Buch etwas für ihr eigenes Leben gewonnen haben. Ich selber weiß inzwischen, wie viele sinnvolle und befriedigende Aufgaben das Leben für uns bereithält. Aber die Grundsehnsucht nach meinen Kindern wird immer in mir bleiben und nach Erfüllung suchen.
Margret Bechler zu Taschenbuchausgabe

Sophie dazu: ein erschütterndes Zeitdokument, welches mich stellenweise richtig wütend gemacht hat. M.B. schreibt flüssig und gut verständlich, streckenweise sehr emotional, aber es schadet nicht der Qualität des Buches. Wer sich für diese historische Thematik interessiert, soll es unbedingt lesen.

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